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Terpene und Cannabis

Terpene sind natürliche, flüchtige Verbindungen, die als sekundäre Inhaltsstoffe in den Blättern, Blüten, Harz, Früchten und Wurzeln von Pflanzen vorkommen. Gemeinsam ist ihnen eine molekulare Grundstruktur, obwohl sie sehr unterschiedlich riechen und aussehen. Genauso verschieden ist ihre Wirkung. Terpene bilden den Hauptbestandteil von ätherischen Ölen, die in den Pflanzen und Baumnadeln produziert werden. Terpene werden oft in der chinesischen Medizin und in der Volksmedizin angewendet. Sie können antivirale, antioxidative, entspannende oder entzündungshemmende Eigenschaften haben.

Welchen Zweck erfüllen Terpene in der Natur?

Die Hauptfunktion der Terpene liegt darin, eine Pflanze zu definieren, ihr einen charakteristischen Duft zu verleihen. Durch ihre Aromastoffe, die sich in den Blüten der Pflanzen befinden, werden Insekten zum Zweck der Bestäubung angelockt. Außerdem schützen die antibakteriell wirkenden Terpene die Pflanzen vor Schädlingen und wirken als UV – Schutz.

Waldbaden – die Wirkung der Terpene auf den Körper:

Wir wissen, dass Pflanzen miteinander über Terpene kommunizieren und diese quasi austauschen. Vor einiger Zeit haben Forscher festgestellt, dass auch wir Menschen Terpene durch die Nase aufnehmen und von Ihnen profitieren können. Da unsere Nase mit dem limbischen System des Gehirns verbunden ist, bewirken die wohlriechenden Terpene Stressabbau, Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten und Wohlbefinden. Das Waldbaden ist ein Trend der aus Japan (Shinrin Yoku)[1], der schon lange bekannt ist und der geistigen Entspannung dient. Das tiefe Einatmen der Terpene, vor allem in Nadelwäldern, erfreut sich auch bei uns immer größerer Beliebtheit.

Terpene und CBD:

Terpene sind der Hauptbestandteil von ätherischen Ölen. Es handelt sich um Kohlenwasserstoffe, die vor allem in Nadelbäumen und Pflanzen, so auch im Hanf, vorkommen und den charakteristischen Duft dieser Pflanzen ausmachen. Auch für den Geruch und den Geschmack von Cannabis sind die Terpene verantwortlich. Terpene sind in der Reinform schwer in Wasser löslich (unpolar), aber gut in Fett und Öl löslich (lipophil). Es werden ihnen selbst oder in einer Aufgabe als Co-Aktivator therapeutische Eigenschaften zugeschrieben. Terpene haben aber auch einen Einfluss auf die positiven Wirkungen von Cannabinoiden. CBD Produkte, die in Kombination mit Terpenen angeboten werden, wirken laut Studien potenziell stärker. Entscheidend dabei ist der Herstellungsprozess. Handelt es sich um ein Vollspektrum-Öl, oder CBD Blüten, so enthält dieses aus Hanf extrahiertes Cannabidiol, THC und die so wichtigen Terpene.
Isoliertes CBD besteht aus reinen Cannabidiol-Molekülen und weist keinen Geschmack und keinen Geruch mehr auf. Daher kommt es auch bei von allen zusätzlich Pflanzenstoffen befreitem CBD zu keinem Entourage Effekt mehr.

Was ist der Entourage Effekt?

Der Begriff bedeutet, dass Phytocannabidoide zusammen mit der in der Hanfpflanze vorkommenden Terpenen synergetisch arbeiten, sich gegenseitig verstärken und daher wirksamer sind als isoliertes CBD. In der Cannabispflanze sind bis jetzt über 600 unterschiedliche chemische Verbindungen entdeckt worden, darunter hunderte Terpene, Spurenelemente, Polyphenole und über hundertzwanzig Cannabinoide.

Die wichtigsten Terpene und ihre Vorteile in CBD Produkten:

In Cannabispflanzen konnten Forscher bisher ungefähr 200 verschiedene Terpene identifizieren.
Die wichtigsten sind dabei:

Myrcen

Myecen ist das am häufigsten in der Hanfpflanze vorkommende Terpen.
Es ist auch in reifen Mangos, Zitronengras, Thymian und im Hopfen zu finden, duftet leicht nach Moschus und schmeckt nach süßen, reifen Zitrusfrüchten. Es soll entzündungshemmend und entspannend wirken und Schmerzen lindern können.

Limonen, ein Terpen, das häufig in den Schalen von Zitrusfrüchten zu finden ist, kommt auch in der Hanfpflanze vor. Es handelt sich um eine flüchtige Substanz, die man in vielen ätherischen Ölen finden kann. Dem Limonen werden zellschützende, entzündungshemmende, stressmindernde und angstlösende Eigenschaften zugeschrieben.

Carophyllen

Caryophyllen ist das einzige Terpen, dass die CB1- und CB2-Rezeptoren im Gehirn stimulieren soll. Das würzig schmeckende Terpen findet man im Cannabis, schwarzen Pfeffer, im Basilikum und in Feigen. Das Terpen wird als entzündungshemmend und beruhigend beschrieben.

Linalool

Linalool erkennt man am Geruch von Lavendel. Man findet dieses Terpen in den Hanfpflanzen, in Birken und in der Minze. Linalool wirkt beruhigend.

Borneol

Borneol kommt neben CBD auch im Ingwer, Koriander, Salbei und im Thymian vor.
Es soll schmerzstillend wirken und bei der Beseitigung entarteter Zellen hilfreich sein.

Alpha Pinen

Alpha Pinen kommt in Hanfpflanzen, in der Petersilie, im Rosmarin und vor allem im Harz der Nadelbäume vor und imponiert mit einem angenehmen Kiefernduft. Alpha Pinen wird als effektivstes Terpen gegen Entzündungen angesehen. Es soll auch antibiotisch wirken und die Konzentration fördern.

Eucalyptol

Eucalyptol imponiert mit dem typisch würzig kühlen Geschmack von Kampfer und findet sich in Lorbeerblättern, Eukalyptus und in den Hanfpflanzen. Es wird als antimikrobiell und entzündungshemmend beschrieben.

Geraniol

Geraniol duftet nach Rosen und schmeckt nach Pfirsichen. Enthalten ist es in Zitronen, Geranien und Cannabis. Geraniol soll schlaffördernd und antioxidativ wirken.

Was ist der Unterschied zwischen Terpenoiden und Terpenen?

Die komplexeren Terpenoide, zu denen auch die Vitamine zählen, unterscheiden sich chemisch von den Terpenen. Terpenoide sind Kohlenwasserstoffe die funktionelle Gruppen enthalten und auf Isopreneinheiten aufgebaut sind, während Terpene aus reinen Kohlenwasserstoffen bestehen.
Bis jetzt wurden mehr als 30.000 Terpenoide entdeckt, davon gehören ca. 8000 zu den Terpenen.

Können Terpene high machen?

Die Antwort lautet: “Nein”.
Terpene enthalten zwar eine geringe Menge an THC, sollen aber laut letzten Studien gleichzeitig die berauschende Wirkung des Tetrahydrocannabinol reduzieren.

Können Terpene gefährlich sein?

Terpene werden auch als Lösungsmittel für ölhaltige Farben verwendet. Sie sind leicht entzündlich und entfetten die Haut.
In Form von Terpentinöl können Terpene allergieauslösend sein[2].
Das Einatmen wirkt reizend auf die Schleimhäute und kann zu Kopfschmerzen führen.
Ätherische Öle dürfen keinesfalls getrunken werden, dies kann zu Gesundheitsschäden führen.

 

[1]Shinrin yoku: Die heilsame Wirkung des Waldbaden – japandigest.de 09.2018 Quelle

[2] Schadstoffinformation www.umweltanalytik.com Quelle

 

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